Ein „Hai-light“ im Schulalltag der 4b
Pünktchen, Zappel, Sunny, Happy und Yoshi, so heißen die neuen Mitbewohner in unserer Klasse. Sie sind ca. 10cm lang, haben braune Flecken, liegen die meiste Zeit faul auf dem Grund des Aquariums oder kuscheln in ihren Eiern und ernähren sich am liebsten von Tintenfischärmchen.
Tja, das klingt nicht gerade nach Schülern, wie du und ich es sind, oder!? Stimmt, die 5 sind nämlich Katzenhaie!
„Hai-Eier im Klassenzimmer“ – so lautete der Aufruf zu einem Wettbewerb von Sea Life, den wir im Dezember in der Zeitung lasen. Uns war sofort klar, da machen wir mit! Wir sammelten jede Menge Informationen, Bilder und Fotos von Haien und gestalteten damit in verschiedenen Gruppen Plakate. Wusstet ihr, dass etwa 30% aller Haiarten Eier legen? Im Schnitt legt ein Katzenhaiweibchen alle zwei Wochen ein Ei. Bei unserer Recherche haben wir jede Menge über Haie und im Speziellen Katzenhaie erfahren.
Im Februar bekamen wir dann völlig überraschend Besuch von einem Team von Sea Life. Wir konnten es kaum glauben, aber wir hatten gewonnen! So zogen nach den Faschingsferien vier Eier von klein gefleckten Katzenhaien und eines von einem groß gefleckten Katzenhai mit ihrem Aquarium in unser Klassenzimmer ein. Täglich, auch an den Wochenenden, mussten wir nun die Eier und die Wasserqualität im Aquarium untersuchen und an die Ergebnisse an die Experten bei Sea Life faxen. Das war viel Arbeit, hat aber auch viel Spaß gemacht! Und schon zwei Tage später, am 17.3.11, schlüpfte unser erstes Hai-Baby Pünktchen! Zappel, Sunny und Happy ließen auch nicht lange auf sich warten. Und als absolutes „Hai-light“ schlüpfte kurz vor den Osterferien Yoshi, unser groß gefleckter Katzenhai! Unseren Babys geht es richtig gut, Pünktchen könnt ihr sogar schon bei einem Sea Life – Besuch bewundern!
Wir Schüler der 4b sind absolut stolz auf unsere fünf Mini-Haie. Und etwas ganz wichtiges haben wir dabei noch gelernt. Haie sind keine gefährlichen Raubtiere, wie viele Menschen glauben! Es sind faszinierende und schöne Tiere, die es Wert sind geschützt zu werden!
HOSPIZ MACHT SCHULE
„Hospiz macht Schule“ in der Planegger Grundschule
„Schade, dass die Zeit so schnell vergangen ist“, so ein Schüler der Klasse 3a der Grundschule Planegg bei der Abschlussfeier der Projektwoche „Hospiz macht Schule“. Den Tod als Teil des Lebens zu begreifen und Ängste abzubauen, war Ziel dieses einwöchigen Projektes. Fünf ehrenamtliche Hospizhelfer und eine Koordinatorin des Malteser Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienstes gaben den Kindern der 3. Klasse die Möglichkeit sich in einem geschützten Rahmen mit den Themen „Sterben, Tod und Trauer“ zu beschäftigen.

An jedem Wochentag stand ein anderes Thema auf dem Programm. Am ersten Tag gab es einen spielerischen Einstieg in das Thema. Die Kinder lernten die fünf Schatzkisten kennen, die das Material des jeweiligen Tages enthielten. Sie lernten als Einstiegsritual ein gemeinsames Lied, das am Anfang und Ende jeden Tages gesungen wurde. Jedes Mal ging ein Strahlen über die Gesichter der Kinder, wenn sie mit Namen in den Kreis aufgenommen wurden. Auch ging es am ersten Tag um das „Werden und Vergehen“. Die Kinder konnten anhand eigener Fotos aus unterschiedlichen Lebensaltern ihren eigenen Entwicklungsprozess nachzeichnen und stellten fest, wenn man Neues beginnt, muss man Altes lassen.
Am zweiten Tag wurde das Thema „Krankheit und Leid“ behandelt. Die Ärztin Dr. Sibylle Petersen aus Gilching stellte sich den vielen Fragen der Kinder. Das Spektrum war riesengroß: vom Schnupfen über Schweinegrippe bis zu Krebserkrankungen wollten die Schüler alles wissen.
Am nächsten Tag stand „Sterben und Tod“ auf dem Programm. Neben Bildern und Texten aus Kinderbüchern wurde an diesem Tag auch ein Film gezeigt. Die Kinder hatten viele Fragen. Sie wollten wissen wie eine Bestattung vor sich geht, wie tief ein Grab sein muss, ob ein Toter gleich zum Skelett wird und wohin die Seele geht. Jedes Kind hatte seine eigenen Vorstellungen vom Jenseits, wie etwa Philip, der sich einen Schifahrer- und Surfhimmel vorstellte.
Am Donnerstag ging es ums „Traurig-Sein“. Die Gefühle der Kinder standen im Mittelpunkt. Dazu wurden eindrucksvolle Gefühlsbilder gemalt. Eine Bohnenpflanze diente als Symbol dafür, dass auch aus Trauer wieder Neues wächst und entsteht. In dunklen Zeiten gibt es auch immer wieder die Hoffnung auf neues Licht.
Der Freitag stand unter dem Zeichen des Trostes. Jedes Kind hatte viele Ideen dazu, wie es andere trösten kann: ein Streicheln, etwas Vorlesen, gemeinsam kochen oder einfach nur zuhören. Ein gemeinsamer Tanz nahm die Last und brachte Freude und Bewegung.
Jeder einzelne Tag schlug einen Bogen ins Positive. Was kann ich für Kranke tun? Wie kann ich Trost geben oder bekommen? Was tut mir gut, wenn ich traurig bin?
Ein gemeinsames Abschlussfest mit den Eltern beendete diese gemeinsame Woche. Dabei machte die Rektorin Frau Reindl deutlich, dass die Schule nicht nur den Auftrag der Wissensvermittlung hat, sondern auch Charakter und Persönlichkeit der Schüler formen soll. Dieses Projekt dient dazu die Kinder für das Leben zu stärken, indem Möglichkeiten aufgezeigt werden, mit schwierigen Lebensthemen umzugehen.
Einig waren sich Kinder, Lehrer Hospizhelfer und die Eltern: es war eine tolle Woche – das einzig Schlechte, dass die Zeit so schnell vorbeiging.
Irene Schuster
